Bildungspolitik

Duale Bildung stärken!

Für tiefe Maturitätsquoten und eine starke Lehre

Der duale Bildungsweg ist das Rückgrat des Schweizer Arbeitsmarkts, doch praxisorientierte Berufe erhalten bei Weitem nicht die Wertschätzung, die sie verdient hätten. Der Kanton Aargau weist mit seiner ausgewogenen Gymnasialquote Stand 2024 eine gute Balance zwischen Berufsbildung und akademischem Bildungsweg auf. Diese Stärke gilt es zu bewahren. Wir fordern daher klare Selektionsmechanismen, um die Maturitätsquote auf einem vernünftigen Niveau beizubehalten, und wollen die Attraktivität der Berufsbildung weiter fördern. So sichern wir die dringend benötigten Fachkräfte für den Arbeitsmarkt und stärken das Erfolgsmodell der dualen Bildung nachhaltig.

Digitalisierung vorantreiben!

Analog war gestern. Digitale Bildung jetzt!

Digitale Kompetenzen sind unabdingbar, um sich in der heutigen Weltzurechtzufinden und zukünftige Chancen zu nutzen. Dafür muss die Schule mit der digitalen Welt Schritt halten. Wir fordern deshalb die frühzeitige und praxisnahe Vermittlung digitaler Kompetenzen ab der Sekundarstufe I – von Medienkompetenz über Datenschutz bis hin zu Künstlicher Intelligenz. Ab der Sekundarstufe II sollen hybride Lernmodelle zum Standard werden, die Präsenz- und Fernunterricht sinnvollkombinieren. Zudem braucht es Pilotprojekte für den datenschutzkonformen Einsatz von KI-gestützten Lernsystemen in Zusammenarbeit mit Start-ups und privaten Anbietern. So machen wir unser Bildungssystem effizient und zukunftsfähig für das21. Jahrhundert.

Neutralität statt Indoktrination!

Politisch neutraler Unterricht

Wenn ein Drittel der Schüler im Kanton Aargau den Unterricht als politisch linkswahrnimmt und bürgerlich gesinnte Jugendliche berichten, bei politischen Diskussionen im Unterricht unter Gruppenzwang zu leiden, zeigt das klar: Die Aargauer Schulen sind nicht politisch neutral!

Den Schülern muss eine objektive politische Bildung sowie eine differenzierte Perspektive vermittelt werden. Deshalb fordern wir eine strikte Trennung von Schule und politischer Ideologie. Der Unterricht in allen Fächern darf nicht als Plattform für politisch-ideologische Indoktrination genutzt werden. In einer demokratischen Gesellschaft wie der Schweiz ist es entscheidend, dass junge Menschen während ihrer Schulzeit lernen, sich eigenständig und informiert eine eigene Meinung zu bilden.

Elternwahl statt Behördenzwang!

Erleichterte Gründung von Privatschulen

Lange Bewilligungsprozesse und doppelte Zahlungspflichten erschweren den Zugang zu Privatschulen und hemmen den Wettbewerb. Wir fordern eine digitale Plattform, die die Gründung neuer Privatschulen beschleunigt. Dabei bleiben alle Bildungsstandards erhalten, während risikobasierte Prüfungen und jährliche Kompetenzkontrollen die Qualität sichern. Zudem sollen Eltern einen Bildungsgutschein oder einen Steuerabzug von 80 Prozent der üblichen Schulkosten ihres Kindes erhalten, den sie an jede akkreditierte Schule übertragen können. Dies fördert die Wahlfreiheit und erhöht den Leistungsdruck auf die Schulen.

5 statt 6 Jahre Primarschule!

Wir fordern eine Rückkehr zum alten 5-4-4 System

2014 hat der Kanton Aargau die Primarschule von fünf auf sechs Jahre verlängert und dafür die Oberstufe von vier auf drei Jahre verkürzt. Aus Sicht der Jungfreisinnigen Aargau ist das ein unsinniger Schritt. Leistungsstarke Schülermüssen ein weiteres Jahr auf einem zu tiefen Niveau ausharren, während dann an der Bezirksschule das Problem besteht, dass entsprechend zu wenig Zeit vorhanden ist, den ganzen notwendigen Stoff zu behandeln. Die leistungsschwachen Schülermüssen hingegen ein weiteres Jahr warten, bis das Niveau nach unten angepasst wird und sie eine individuelle Förderung bekommen. Egal zu welcher Gruppe man also gehört: Durch das aktuelle System verliert man. Wir fordern deshalb eine Wiedereinführung des alten 5-4-4 Systems.

Frühfranzösisch abschaffen!

Die Erstsprache hat Priorität

Die Auswertungen der Grundkompetenzen zeigen deutlich: Aargauer Schülerschneiden bei den Sprachkompetenzen unterdurchschnittlich ab. Zweit- oder Fremdsprachen sollen erst dann vermittelt werden, wenn sie das Erlernen der lokalen Erstsprache nicht beeinträchtigen.

Wir fordern deshalb die Abschaffung des Frühfranzösischs im Kanton Aargau. Die abnehmenden Sprachkompetenzen in den lokalen Landessprachen sind ein deutliches Alarmsignal. In der Primarstufe muss das Erlernen der Erstsprache Vorrang haben.

Wiedereinführung der Bez-Abschlussprüfung!

Objektive Bewertung statt Gleichmacherei

Bis 2016 gab es kantonsweit standardisierte Abschlussprüfungen in Mathematik, Deutsch sowie Französisch. Diese Prüfungen haben eine Vergleichbarkeit der Notengewährleistet und Schüler gezielt auf zukünftige Herausforderungen wie Lehrabschluss- oder Maturitätsprüfungen vorbereitet. Wir fordern die Wiedereinführung der obligatorischen Abschlussprüfungen an der Bezirksschule in den Fächern Mathematik, Deutsch sowie in den zusammengewerteten Fremdsprachen Englisch und Französisch. Nur so kann eine objektive Bewertung der schulischen Kompetenzen sichergestellt und den Schülern eine wertvolle Prüfungserfahrung geboten werden.

Wirtschaft. Recht. Unternehmertum!

Zeit, das Berufsleben zu unterrichten

Empirische Daten zeigen, dass junge Menschen beispielsweise immer weniger Finanzwissen besitzen. In einem freiheitlichen Land und einer direkten Demokratie ist es jedoch entscheidend, dass die junge Generation wirtschaftliche und rechtliche Zusammenhänge versteht und eigenverantwortlich handeln kann. Deshalb fordern wir, dass Wirtschaft und Recht auf der Sekundarstufe I und II stärker gewichtet werden. Bereits ab der Oberstufe sollen sogenannte Unternehmerlabore als Freifach praktische Erfahrungen im Unternehmertum ermöglichen. Programme wie Mini-Unternehmen fördern Kreativität, Eigeninitiative und unternehmerische Kompetenzen. So werden die Jugendlichen schlussendlich gezielt auf die Herausforderungen des Berufslebens vorbereitet.

Praxis statt Theorie!

Schluss mit der realitätsfernen Ausbildung an der PH FHNW

Seit Jahren schneidet die Pädagogische Hochschule der Nordwestschweiz (PH FHNW) in Umfragen schlecht ab. Auch die jüngste, im Juli 2024 von Studierendendurchgeführte Befragung bestätigt dieses ernüchternde Bild. Dabei sind qualifizierte und motivierte Lehrpersonen ein Schlüsselelement für eine hohe Bildungsqualität. Gerade bei der praxisnahen Ausbildung versagt die PH FHNW deutlich. Wir fordern deshalb eine grundlegende Neuausrichtung der Lehrerbildung. Künftige Lehrpersonen sollen direkt im Klassenzimmer ausgebildet werden, mit realitätsnahen und bewerteten Einsätzen, die früh Verantwortung fördern. Nur so lassen sich die Ausbildungsqualität verbessern und die Attraktivität des Lehrerberufs nachhaltig steigern.

Höhere Berufsbildung stärken!

Tertiärbildung ohne Zwei-Klassen-Denken

Studien belegen, dass die höhere Berufsbildung kontinuierlich an Bedeutung verliert. Die Schweiz kann es sich nicht leisten, dass die Hälfte aller tertiären Bildungsabschlüsse dauerhaft abgewertet wird. Dabei bietet sie genau das, was der Arbeitsmarkt dringend braucht: gut ausgebildete, praxisnahe Fachkräfte. Solche Fachkräfte dürfen nicht als zweitklassig gelten, sondern müssen endlich die Wertschätzung erhalten, die sie verdienen. Für die Jungfreisinnigen Aargau ist klar: Die höhere Berufsbildung braucht eine spürbare Aufwertung. Damit diese Abschlüsse im Bildungssystem sichtbargleichgestellt werden, setzen wir uns für die Einführung des Titels „Professional Bachelor“ sowie für eine faire finanzielle Unterstützung dieser Ausbildungen ein.

Schulnoten statt Schönfärberei!

Leistung muss sich lohnen

Die Abschaffung von Schulnoten wird zunehmend diskutiert. Diese Entwicklung gefährdet nicht nur die Leistungsmotivation der Schüler, sondern führt auch zu Unsicherheiten. Farben oder andere alternative Beurteilungssysteme, wie sie bereits an einigen Schweizer Schulen eingesetzt werden, bieten keine vergleichbare und transparente Einschätzung der Lernfortschritte. In der Schule soll vermittelt werden, dass sich der Wert eines Menschen nicht an einzelnen Noten bemisst und dass Scheitern zum Leben dazugehört. Wir fordern deshalb die Beibehaltung des Notensystems an Aargauer Schulen. Schulnoten ermöglichen eine klare Rückmeldung über individuelle Stärken und zeigen auf, wo gezielt gefördert werden kann. Denn auch auf dem Arbeitsmarkt wird letztlich selektiert.

Nein zum kantonalen Handyverbot!

Für einen zeitgemässen Umgang mit digitalen Geräten.

Statt Schülern den Zugang zu digitalen Geräten zu verwehren, braucht es einen zeitgemässen und verantwortungsbewussten Umgang damit. Junge Menschen sollen durch pädagogische Begleitung und praxisnahe Medienbildung lernen, Smartphones sinnvoll und reflektiert zu nutzen. Ein flächendeckendes Verbot erachten wir als sinnlos. Als Partei der Eigenverantwortung und Freiheit stellen wir uns klar dagegen, dass Jugendliche ihre Handys weder mitbringen noch in den Pausen nutzen dürfen. Vertrauen wir unseren Jugendlichen und fördern wir Medienkompetenz durch Freiheit und Verantwortung.